Magnesium senkt Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen nach Bypass-Operationen

Magnesium administration and dysrhythmias after cardiac surgery. A placebo-controlled, double-blind, randomized trial

Diese placebokontrollierte randomisierte Doppelblind-Studie untersuchte die Frage, ob Magnesium in der Lage ist, die postoperativ regelmäßig auftretenden Herzrhythmusstörungen zu verhindern. 100 Patienten eines Universitätskrankenhauses wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Hälfte der Patienten bekam eine Infusion von 2 Gramm Magnesium während der Operation, die andere Gruppe erhielt ein unwirksames Placebo. Es zeigte sich, dass durch Magnesium die Häufigkeit von postoperativen Herzrhythmusstörungen um die Hälfte gesenkt werden konnte. Gleichzeitig wurde das Schlagvolumen des Herzens bei diesen Patienten erhöht. Weitere Einzelheiten können der Studie entnommen werden.
Koronararterien-Bypass Eine Koronar-Bypassoperation wird dann erforderlich, wenn sich in einer oder mehreren der Hauptkranzgefäße des Herzens atherosklerotische Ablagerungen entwickelt haben, die den Blutfluss durch diese Arterien zu unterbrechen drohen. Bypass-Operationen sind ein übliches Verfahren zur Überbrückung von Verengungen. Bei der Operation werden an den betroffenen Koronargefäßen ein Umgehungskreislauf (Bypass) gelegt, um den Blutfluss zu allen Winkeln des Herzmuskels zu gewährleisten. Zwei Faktoren können den langfristigen Erfolg dieser Operation gefährden: Zum einen der Verschluss der Bypass-Gefäße durch Blutgerinnselbildung, zum anderen die Entwicklung von atherosklerotischen Ablagerungen in den neuen Bypass-Gefäßen. Koronarangioplastie Während die Koronar-Bypassoperation vor allem bei fortgeschrittener Koronarsklerose Anwendung findet, wird bei geringeren Ablagerungen eine alternative Methode bevorzugt, die Koronarangioplastie. Dabei werden die atherosklerotischen Ablagerungen mechanisch beseitigt, entweder durch einen Ballon oder in jüngerer Zeit, durch Laserverfahren und „Abhobeln” der Ablagerungen. Wenn auch mit diesen Methoden in vielen Fällen der Blutfluss durch die Arterie verbessert werden kann, so ist die Komplikationsrate doch ernüchternd. In etwa 30 Prozent der Fälle verschließt sich die Koronararterie erneut sofort oder im Verlauf weniger Monate. Dies ist dadurch zu erklären, dass jede Form der Angioplastie Einrisse und Wunden an der Arterieninnenwand verursacht. Die schwerwiegendste Komplikation einer Angioplastie ist das Zerreißen der Arterienwand durch die angewandten mechanischen Verfahren. Auch können nach der Angioplastie Blutgerinnsel und Gewebeteile der verletzten Arterienwand zum Verschluss der Koronararterie führen. Langfristig sind der Wiederverschluss der Koronararterie durch überschießende Narbenbildung im Wundbereich und das Fortschreiten der Atherosklerose die häufigsten Komplikationen.
England MR, Gordon G, Salem M, Chernow B. Magnesium administration and dysrhythmias after cardiac surgery. A placebo-controlled, double-blind, randomized trial. JAMA. 1992 Nov 4;268(17):2395-402.


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