Pantethin, ein Abkömmling des Vitamin B5, hilft verschiedene Fettstoffwechselstörungen zu normalisieren

Controlled evaluation of pantethine, a natural hypolipidemic compound, in patients with different forms of hyperlipoproteinemia.

Diese doppelblinde, placebokontrollierte Studie beschäftigte sich mit Pantethin, einem mit dem Vitamin B5 verwandten Molekül, und seinen möglichen Nutzen für Patienten mit Fettstoffwechsel-Störungen. Wissenschaftliche Grundlage für diese Studie ist die Tatsache, dass Vitamin B5 als Bestandteil von Coenzym A ein Schlüsselmolekül im Energiestoffwechsel der Zellen ist. Dazu wurden 29 Patienten mit verschiedenen Fettstoffwechselstörungen über 8 Wochen entweder mit Pantethin oder mit einem Placebo behandelt. Die Ergebnisse bewiesen bei Patienten mit verschiedenen angeborenen Fettstoffwechselstörungen, dass Pantethin in der Lage ist, die Blutspiegel von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden zu senken, wogegen die HDL-Cholesterin-Werte („gutes Cholesterin“) anstiegen. Weitere Einzelheiten können der Studie entnommen werden.
Fettstoffwechselstörungen sind gekennzeichnet durch erhöhte Spiegel an Cholesterin, Triglyceriden und anderen Risikofaktoren im Blut. Um vom Blut transportiert werden zu können, benötigen diese Fette Trägermoleküle in Form bestimmter Eiweiße, Lipoproteine genannt. Störungen des Fettstoffwechsels werden daher auch als Lipoproteinstörung bezeichnet. Im Allgemeinen gibt es zwei Arten Cholesterin-transportierender Lipoproteine: a) „Schlechtes Cholesterin“, d.h. Lipoproteine, die das Cholesterin und andere Fettstoffe von der Leber zu den Körpergeweben transportieren, wo sie für die Reparatur der schadhaften Stellen der Arterienwand genutzt werden; die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe sind Lipoproteine niederer Dichte (Low-Density Lipoproteine, LDL) und Lipoprotein(a), Lp(a). b) „Gutes Cholesterin“, d.h. Lipoproteine, die Cholesterin und andere Fettstoffe aufnehmen und von den Geweben zurück zur Leber transportieren. Mikronährstoff-Mangel ist eine der häufigsten Ursachen erhöhter LDL-Spiegel. Dies lässt sich einfach erklären: Aufgrund eines chronischen Mangels an Vitaminen und anderen lebenswichtigen Mikronährstoffen, die zur Bildung von gesundem und stabilem Bindegewebe erforderlich sind, werden die Arterienwände geschwächt und brüchig. Eine Reparatur wird erforderlich, womit der Bedarf an LDL, Lp(a) und anderen Faktoren für die Wiederinstandsetzung der geschädigten Arterienwand ansteigt. Da für das Herz-Kreislauf-Risiko nicht der Anstieg dieser Risikofaktoren im Blut entscheidend ist, sondern instabile Arterienwände aufgrund eines Mangels an Mikronährstoffen, werden sie auch als „sekundäre“ Risikofaktoren zusammengefasst.
Gaddi A, Descovich GC, Noseda G, Fragiacomo C, Colombo L, Craveri A, Montanari G, Sirtori CR. Controlled evaluation of pantethine, a natural hypolipidemic compound, in patients with different forms of hyperlipoproteinemia. Atherosclerosis. 1984 Jan;50(1):73-83.


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